Samstag, 20. Juni 2015

So isses: Ich bin ausgetreten.

Meine Eltern lassen mich immer wieder wissen, wie froh sie sind, dass ich ausgetreten bin. Wobei sich aber vor allem meine Mutter sehr schwer mit dem Wort "ausgetreten" tut. Sie sagt stattdessen "nicht mehr im Kloster" oder "heraußen". Also praktisch angewendet lautet der Satz dann: ... hab ich ihr erzählt, dass du im Kloster warst, aber jetzt wieder heraußen bist.
Oder: Ich bin so froh, dass du wieder heraußen bist.
Oder: Es ist schon schön, wieder heraußen zu sein, oder?

Mich regt das so auf!
Ich war doch nicht im Gefängnis, oder in der Psychiatrie oder in einem Versuchslabor für keine Ahnung was. Ich war in einem Kloster ... und dort bin ich eben wieder ausgetreten. "Heraußen" .. diesem Wort haftet etwas Negatives an, etwas SEHR Negatives. Es suggeriert, dass das, wo ich war, schlimm war, und ich eben jetzt unglaublich froh sein müsste, dass ich diesen schlimmen Zustand hinter mir gelassen habe, dass ich wieder heraußen bin.

Aber Mensch, ich war im KLOSTER!! Das ist eine schöne Lebensform ... nicht meine, aber trotzdem schön (für Leute, die zu diesem Leben berufen sind).

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